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Jenaz
01.12.2021

Liza from the Moon veröffentlicht Debüt

Liz Wyss wohnt seit September 2020 in Jenaz.
Liz Wyss wohnt seit September 2020 in Jenaz. Bild: C. Imhof
Den schlichten Titel «Sailor» trägt die erste musikalische Veröffentlichung von Elisabeth Wyss, besser bekannt als Liza from the Moon. Auf der EP der Landquarterin finden sich fünf Lieder und ein Bonustrack, die sanft die kalte Jahreszeit einläuten. Wie sich die Dreifachmutter in Jenaz eingelebt hat, weshalb die Lieder erst jetzt veröffentlicht werden, wie das von ihr organisierte Eltern-Kind-Singen angelaufen ist und vieles mehr, könnt ihr hier nachlesen.

as Platzhaus in Jenaz hat eine traditionsreiche Geschichte und genau in diesem für den Ortskern wichtigen Gebäude wohnt seit September 2020 Liz Wyss mit ihrer Familie. Passend zu den geschichtsträchtigen Wänden wird auch beim Interieur stark auf holzige Elemente und Patina gesetzt. Es ist echt heimelig eingerichtet und man fühlt sich dank der warmen Atmosphäre, die in der grosszügigen Wohnung in der Luft liegt, sofort sehr willkommen.

Angekommen im Prättigau

«Ich habe die Ruhe gesucht», erklärt Wyss die Wahl ihres Wohnorts. «Es hat sich echt gelohnt, denn seit wir in Jenaz leben, ist meine Migräne komplett verschwunden.» Ein wichtiger Faktor neben der Ruhe sei ausserdem der Föhn gewesen, der im Prättigau sicher weniger harsch vorkomme, als beispielsweise im Churer Rheintal, wo sie bisher gelebt habe. Auch sonst sei sie sehr liebevoll im Dorfleben aufgenommen worden. Inzwischen gibt die 34-Jährige nach vier Jahren als Vollzeitmama Eltern-Kind-Singen im Feld. Dies sei sehr gut angelaufen und stosse bei Eltern, wie auch Grosseltern auf positive Resonanz, da es einfach wunderbar sei mit den Kleinen zu singen. «Mir ist es wichtig, dass man die Kinder nicht zu solchen Freizeitaktivitäten zwingt. Ich finde, man sollte diese wunderbaren Wesen Kinder sein lassen und aufhören, ihnen ständig Druck aufzuhalsen. Sie sollen sich in ihrem Tempo und frei entwickeln können.» Weil sie mit dem aktuellen Schulsystem nicht wirklich warm wurde, hat die gelernte Primarlehrerin ihre Lehrtätigkeit auch vor einigen Jahren pausiert. «Jetzt freue ich mich sehr auf den Wiedereinstieg als Lehrerin. Aber es gibt Fächer, die ich nicht mehr unterrichten möchte. Als Musikerin liegen mir natürlich die musischen Fächer sehr am Herzen. In diesem Bereich fühle ich mich wohl und blühe auf.»

Liz Wyss veröffentlicht am Sonntag ihr Debüt. Bild: C. Imhof

Musik als Ventil

Am 28. November 2021 erschien nun die erste EP der Neoprättigauerin «Liza from the Moon». «Es wird keine CD geben. Wir stellen das Ganze auf iTunes und den gängigen Streamingplattformen ins Internet.» Mit «wir» meint die Musikerin neben sich ihren Kollegen Antonio Sabato von klangfaerber.ch. Der Musikproduzent ist nicht nur zuständig für den richtigen Klang, sondern auch sonst eine wichtige Stütze für Wyss. «Ich bin jeweils beim Aufnehmen oder Konzert spielen ein richtiges Nervenbündel. Antonio schafft es immer, mich mit seiner ruhigen Art zu beruhigen und mir das Lampenfieber zu nehmen.» Bei den Aufnahmen zur EP habe er beispielsweise eine Halle der Flumserei in Flums geschmückt und ihr so eine Wohlfühloase kreiert, in der sie sich voll auf ihre Lieder konzentrieren konnte. «Rund sieben Stunden ist die Session gegangen, an die ich gerne zurückdenke. Entstanden sind akustische Lieder, direkt und ehrlich, wie ich es sehr gerne mag. Wir wollten so den Leuten, die schon seit gut zehn Jahren nach Musik von mir fragen, endlich was schenken und ich glaube, dass sie an diesen Songs sehr viel Freude haben werden.» Sie sei ein sehr emotionaler Mensch, der neben vielen strahlenden Momenten, hin und wieder auch düstere Episoden erlebe. «An solchen Tagen bin ich froh, wenn ich in die Musikwelt abtauchen kann und so ein Ventil für meine Melancholie habe.» So richtig kreativ könne sie nur werden, wenn mal nicht alles so rund laufe in ihrem Leben. Aus diesem Grund schreibe sie auch nicht extrem viele Songs im Jahr, denn lüpfige Stimmungssongs zu komponieren, sei dann überhaupt nicht ihr Ding. Durch das Singen mit den Prättigauer Kindern und die Veröffentlichung des Debüts, welches Liz Wyss nervös erwartet, sei die Begeisterung für die Musik wieder voll da. Auf neue Songs müsse ihre Hörerschaft aber sicher nicht wieder zehn Jahre warten, denn mal eine Platte auf Dialekt zu machen, wäre schon etwas, was sie definitiv begeistern würde. So scheint es, dass das Leben in Jenaz nicht nur gut gegen Migräne ist, sondern auch noch zusätzlich die Kreativität beflügeln kann.

C. Imhof