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Jenaz
19.07.2021
19.07.2021 08:25 Uhr

Startschuss für Überbauung «Sommerfeld» gefallen

Bauherr Conradin Rüegg (1. v. r.) setzt gemeinsam mit Immobilienunternehmerin Franca Strasser (6. v. l.),  Bauleiter Livio Arpagaus (v. l. n. r.), Architekt Daniel Oes, Architektin Eveline Oes, Gemeindepräsident  Werner Bär, Gemeindevorstand Patric Bebi und drei Käufern die Schaufel zum ersten Spatenstich an.
Bauherr Conradin Rüegg (1. v. r.) setzt gemeinsam mit Immobilienunternehmerin Franca Strasser (6. v. l.), Bauleiter Livio Arpagaus (v. l. n. r.), Architekt Daniel Oes, Architektin Eveline Oes, Gemeindepräsident Werner Bär, Gemeindevorstand Patric Bebi und drei Käufern die Schaufel zum ersten Spatenstich an. Bild: L. Steinmann
Aufgrund einer Einsprache bis vor Bundesgericht kommt es mit dem Bau der in Pragg-Jenaz geplanten Überbauung «Sommerfeld» zu einer fast zweijährigen Verzögerung. Am letzten Freitag konnte die Bauherrschaft zusammen mit den Architekten, Käufern und zukünftigen Nachbarn den langersehnten ersten Spatenstich feiern.

«Was lange währt, wird endlich gut» – dies stand am Freitagabend den Immobilienmaklern Franca Strasser und Bruno Wellinger sowie dem Architekten-Ehepaar Eveline und Daniel Oes förmlich ins Gesicht geschrieben, als sie auf dem Parkplatz hinter dem Landgasthof «Sommerfeld» freudig die Gäste zum ersten Spatenstich begrüssten. Die Wiese auf dem die Überbauung «Sommerfeld» bestehend aus drei kubischen und in der Form gleich gestalteten Mehrfamilienhäuser zu stehen kommt, ist für den bevorstehenden grossen Moment feierlich in Szene gesetzt.

Arbeiten neu ausschreiben

«Mitte Dezember 2016 haben wir die Baueingabe für dieses Projekt gemacht», erinnerte sich Franca Strasser von der Ilanzer Immobilienagentur immobilias.ch beim Gespräch mit P&H. Sie und ihr Partner Bruno Wellinger zeichnen für den Verkauf der Wohnungen und die Beratung der Käufer verantwortlich. «Meine ersten Gedanken zu dieser Überbauung habe ich bereits im Juli 2015 gemacht», fügte Daniel Oes, von der Winterthurer OES Architekten AG ergänzend hinzu. Er und seine Ehefrau Eveline Oes wurden vom Bauherrn, dem in Schluein wohnhaften Bauentwickler Conradin Rüegg, mit der Planung der Jenazer Überbauung «Sommerfeld» betraut. Auf die Frage, warum es für den ersten Spatenstich fast vier Jahre gedauert hat, antwortete der Architekt: «Wegen einer Einsprache hat sich alles etwas verzögert. Als diese abgewiesen wurde, müssen wir aufgrund der veränderten Preissituation alle Arbeiten noch einmal neu ausschreiben.» Am Projekt selbst hätten sie keine Änderungen vornehmen müssen. In zwei von den drei kubischen Wohnhäusern werden je fünf 3,5-Zimmer-Wohnungen entstehen. Im dritten Wohnhaus sollen zwei 4,5-Zimmer-Wohnungen und eine 2,5-Zimmer-Wohnung gebaut werden. Alle Wohnungen haben ein sehr schönes Raumkonzept, sind grosszügig und lichtdurchflutet und bieten hohen und individuellen Wohnkomfort.

Die Anordnung der drei kubischen Wohnhäuser erfolgt laut Architekten als Fortsetzung des ortstypisch gestreuten Siedlungsmusters. Bild: OES Architekten AG

Vom Tisch gefegt

Konkret bezüglich Bauverzögerung wegen einer Einsprache nahm Bauherr Conradin Rüegg bei seiner offiziellen Rede zum ersten Spatenstich Stellung: «Es war nicht ganz einfach, dass wir heute hier stehen. Wie sie wissen, ist ein Nachbar mit seiner Einsprache bis vor Bundesgericht gezogen.» Doch sie hätten alles gewonnen. Das Bundesgericht habe die Einsprache vom Tisch gefegt. «Wer in einer direkten Demokratie lebt, muss damit umgehen können», sagte Conradin Rüegg, der familiäre Wurzeln in der Bündner Surselva hat, kämpferisch.

Im Gespräch mit Conradin Rüegg macht sich schnell bemerkbar, dass er ein Mann von klaren Worten ist und nicht lange um den heissen Brei redet. «Es gibt drei Gründe, weshalb ich hier in Jenaz dieses Projekt realisiere», sagte der Bauherr. «Erstens, weil man hier noch Zweitwohnungen – jedoch limitiert – realisieren kann.» Zweitens liege das Dorf nahe den bekannten und beliebten Tourismusregionen Klosters/Davos und Grüsch/Danusa. Da es aber nicht so bekannt und mondän sei wie die Tourismusorte Klosters und Davos, biete es preislich normale Voraussetzungen. Drittens sei die Gemeinde betreffend ihre Lage sehr attraktiv. Zudem gefalle ihm die Entwicklung, die sie in den letzten Jahren gemacht habe. Sie weise eine gute Infrastruktur auf und sei verkehrsgünstig gelegen, zählte der Bauentwickler aus Schluein auf. Neben 40 bis 60 Wohnbauten in der Deutschschweiz beinhaltet Conradin Rüeggs Portfolio auch Gewerbe- und Industriebauten.

Jede Wohnung verfügt über einen ungestörten, privaten Aussenraum, und gut besonnte Räume ermöglichen den unmittelbaren Bezug zur einzigartigen Umgebung. Bild: OES Architekten AG

Attraktive Gemeinde

Dass die Gemeinde Jenaz zunehmend eine beliebte Wohngegend ist, ist sich auch der Jenazer Gemeindepräsident Werner Bär bewusst. «Unser Dorf steht an sonniger und guter Lage inmitten der schönen Prättigauer Berglandschaft und ist verkehrstechnisch ideal gelegen», erklärte Bär gegenüber P&H. Er war zusammen mit dem Gemeindevorstand Patric Bebi vor Ort. «Wir haben eine optimale Verbindung zur Hauptstrasse und sind an den öffentlichen Verkehr angebunden.» Kinder könnten hier den Kindergarten und die Primarschule besuchen. Deshalb sei die 1200 Einwohner zählende Gemeinde auch für Familien sehr interessant. «Eins ist sicher, die Nachfrage nach Wohnräumen in der Gemeinde ist grösser als das Angebot», fasste der Jenazer Gemeindepräsident zusammen. Start der Bauarbeiten für die geplante Überbauung «Sommerfeld» ist nach der Sommerpause.

Unkorrekte Aussage über Bauverzögerung

Richtigstellung zum Artikel «Startschuss für Überbauung ‘Sommerfeld’» gefallen» auf Vilan24.

Die Bauherrschaft der Überbauung «Sommerfeld» in Pragg-Jenaz verfügt seit dem 18. März 2019 über eine rechtskräftige Baubewilligung der Gemeinde Jenaz. Am 1. Februar 2021 ersuchte die Bauherrschaft die Gemeinde Jenaz um eine der Verlängerung der Baubewilligung. Die Gemeinde Jenaz hat darauf die Baubewilligung bis zum 21. März 2022 verlängert.

Der Berichterstattung der PH vom 10. Juli 2021 auf der Frontseite ist zu entnehmen, dass die Verzögerung des Baubeginns auf eine Einsprache eines Nachbarn und Weiterzug bis ans Bundesgericht zurückzuführen sei.

Zum Verständnis sei erwähnt, dass das Bundesgericht damals aufgrund meiner Einsprache die in Aussicht gestellte Durchführung einer Quartierplanung durch die Gemeinde für die ganze vorhandene Baulandreserve zwischen der Bahnhofstrasse und der Furnerstrasse in Pragg-Jenaz zu beurteilen hatte, und nicht die Überbauung Sommerfeld, was es 2019 auch abschliessend getan hat.

Die am 10. Juli 2021 in der PH publizierte Begründung zur Verzögerung des Baubeginns kann somit aufgrund der seit März 2019 rechtskräftig vorliegenden Baubewilligung und deren Verlängerung durch die Gemeinde Jenaz nicht den Tatsachen entsprechen. Ich bitte in dieser Sache präzis und bei den Fakten zu bleiben.

Andres Bardill-Riatsch, Pragg-Jenaz

Baulandreserve in Pragg-Jenaz. Bild: zVg
L. Steinmann