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Zizers
27.11.2021

Any Sabadi: «Ich muss lernen auf das Herz zu hören»

Bild: zVg
Andrea Sabadi hat eine Stimme, die direkt unter die Haut fährt. Doch die Zizerserin ist nicht nur eine begnadete Soulsängerin, so experimentiert auch gerne mit unterschiedlichen Instrumenten und spielt zudem auch noch leidenschaftlich gerne Theater. Wie sie zur Musik gekommen ist, wann es wieder neues Material von ihr gibt und wie viel sie vom einen Hobby für das andere verwenden kann, könnt Ihr hier nachlesen.

Wie bist du ursprünglich zur Musik gekommen?
Schon sehr sehr jung. Ich hatte schon immer Freude an Instrumenten. Sei es die klassische Blockflöte, die Trompete des Grossvaters oder die geliebte Gitarre von Vater damals. Ich konnte meine Finger nie davon lassen. Mit 7 Jahren bekam ich mein erstes Mikrofon und die erste CD mit dem Ketchup Song geschenkt, dass ich dann gleich auch zum Besten gab an diesem Tag. Ich hatte schon immer Freude daran, Leute zu unterhalten. Mit circa 12 Jahren, habe ich begonnen Klarinette zu lernen und bin der Jugendmusikgesellschaft Zizers beigetreten. Ich war 4 Jahre Mitglied und habe aber dann beschlossen auszutreten, da die Leidenschaft zum Gesang einfach grösser wurde.

Welche Musikerin hat dich am stärksten inspiriert?

Es sind tatsächlich nicht nur Musikerinnen, sondern auch Musiker zum Beispiel bei Red hot Chilli Peppers inspirierte mich die rhythmisch und melodische Art des Gesangs, wie auch der Instrumentalen Parts. Bei manchen Liedern spürt man so eine Gelassenheit und bei anderen fühlt man sich als könnte man Berge versetzen. Dann natürlich Amy Winehouse. Ihre Stimme, unverwechselbar. Ihr Style, unverwechselbar. Sie ist einfach Queen. Egal wann egal wo, wenn ich ein Song von Ihr höre, fühle ich mich sofort wohl. Und zurzeit inspiriert mich jedoch Joss Stone am meisten. Ihr Soul, ihre Wärme, ihre positive Ausstrahlung und das ungezwungene. Ich war dieses Jahr am Sound of Glarus und habe sie zum ersten Mal live gesehen. Ich habe noch nie geweint an einem Konzert, bis ich sie sah, hörte und fühlte. Ich war überwältigt das ganze Konzert lang.

Deine Stimme löst bei vielen Gänsehautmomente aus. Wie trainierst du sie, dass du weiter auf sie bauen kannst?
Ich trainiere meine Stimme etwas zu wenig, trotzdem hat sie mich zum Glück noch nie hängen lassen. (Holz klopfen) Ich übe und trainiere sie tatsächlich nur dann, bewusst, wenn ein Auftritt bevorsteht. Unbewusst dann, wenn ich vor mich hin trällerle wenn ich alleine zu Hause bin.

Inzwischen arbeitest du mit Grössen wie Lou Geniuz zusammen. Wie geht es voran mit deiner eigenen Musik?
Langsam, aber sicher. Ich hatte bereits einen Anlauf geholt und war voll in der Planung. Doch irgendwie war es noch zu unvollständig, noch nicht genug ausgedacht, fertiggedacht. Ausserdem beschäftigten mich parallel die privaten Dinge zu dieser Zeit mehr und wollte für mich selbst zuerst diese Regeln, bevor ich mich irgendwo reinstürze. Jeder kennt die Frage an sich selbst, was will ich wirklich? Ich bin ein Mensch mir fallen so viele Ideen ein die ich machen könnte und möchte. So vieles auf einmal und dann verliere ich mich oft und es fällt mir einfach schwer dann noch klar zu sehen und mich zu fokussieren. Ich muss lernen auf das Herz zu hören. Ich bin jedoch leider Kopfmensch.

Du bist ausserdem im Theaterverein Zizers dabei. Wie viel bringt dir das für die Musik und wie viel bringt dir das Singen für das Theaterspielen?
Ich würde eher sagen, dass es mir hilft im Bezug auf die Bühnenpräsenz. Ich habe im Theater Rollen, da kann ich richtig peinlich sein, ernst, wütend und beschämt ect. Verlasse meine Komfortzone oder lebe meinen inneren Psycho richtig aus. Kann vorkommen, dass bei der Aufführung ein Satz vergessen oder eine ungeplante Situation entsteht. Man muss dann gefasst sein, diese zu überspielen oder mit einem improvisierten Satz zu (quasi) retten. Für die Schlagfertigkeit und aber auch zu geniessen, wenn das Publikum wegen dir lacht. Ich kann sehr gut auch über mich selbst lachen. Den Gesang habe ich zum Beispiel beim diesjährigen Stück «Liabestränkli» super einbauen können. Natürlich aber alles mit der nötigen Brise Humor. Ich nehme mich selbst auch nicht immer zu ernst.

Wie wichtig ist dir das Schauspielern als Ausgleich?
Das Schauspielern und allg. Der Theaterverein, bedeutet mir sehr viel und ist für mich wie eine zweite Familie. Das Vereinsleben macht wirklich Spass und ich fühle mich wohl.

Jetzt geht’s langsam in Richtung Ende Jahr. Was ist so der schönste Moment, den du dank der Musik in diesem Jahr erlebt hast?
Mein musikalisches Highlight dieses Jahr war das Joss Stone Konzert. Ich habe noch nie so gefühlt wie an Ihrem Konzert. Sie hat am Ende des Konzerts, Sonnenblumen ins Publikum geworfen. Leider konnte ich selbst keine fangen, aber ein Herr neben mir muss wohl mitbekommen haben wie sehr ich dieses Konzert fühlte und Sie anhimmelte. Er übergab mir die Sonnenblume. Ich war wirklich glücklich in diesem Moment.

Wann dürfen wir mit neuer Musik von dir rechnen?
Meine neue Musik kann man zurzeit nur an meinen Konzerten live hören. Veröffentlichungen oder Studiosessions sind bis jetzt noch keine geplant. Ich werde mir Zeit lassen und habe vor, mir ein Homestudio zu zulegen, damit ich meine Ideen in Kürze umsetzen kann. Alles braucht Zeit, auch mein kreativer Flow und den nötigen letzten Ruck es endgültig anzugehen. Oft mache ich mir selbst den Druck, dass da wieder etwas Neues kommen sollte. Doch in Wahrheit wartet niemand. Wenn es soweit ist und ich neue Musik veröffentliche, wie lange es auch immer dauern mag, wird überraschen. Und eins ist klar, ich gebe die Musik auf keinen Fall auf. Ich lass mir nur gerne Zeit.

 

Christian Imhof