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Kanton
25.10.2021

Mehr Wiesellebensräume und weniger Wühlmäuse im Bündner Rheintal

Das Hermelin gehört zu den kleinsten einheimischen Raubtieren und ernährt sich von Wühlmäusen
Das Hermelin gehört zu den kleinsten einheimischen Raubtieren und ernährt sich von Wühlmäusen Bild: zVg
Sie sind klein, flink und ständig hungrig – Hermeline und Mauswiesel. Eine Hermelinfamilie vertilgt wöchentlich 50 bis 100 Wühlmäuse, somit können sie den Wühlmäusebestand in einer Wiese in Schach halten. Für eine erfolgreiche Jagd benötigen sie aber gute Deckung durch Hecken, Stein- oder Asthaufen, Trockenmauern und andere Strukturen. Landwirte und Forstleute aus dem Bündner Rheintal verwandeln gemeinsam mit Pro Natura Graubünden ihr Tal in eine Wiesellandschaft.

Das Bündner Rheintal mit grosser Bedeutung für Wiesel

Hermelin und Mauswiesel waren anfangs des 20. Jahrhunderts noch typische und häufige Bewohner der traditionellen, strukturreichen Kulturlandschaft. Mit der Veränderung der Landschaft sind Wiesel seltener geworden. Das Bündner Rheintal ist als Wanderachse zwischen dem Alpenraum und dem Mittelland besonders wichtig. Pro Natura Graubünden hat deshalb genau dort das Projekt zur Förderung von Strukturen lanciert.

Die flinken Mäusejäger brauchen Deckung

Mauswiesel und Hermeline sind die kleinsten einheimischen Raubtiere. Die beiden Wieselarten müssen zwangsläufig sehr tüchtig sein, denn sie können kein Fett einlagern. Auf der ständigen Jagd nach Wühlmäusen benötigen sie stets Deckung vor ihren Feinden. Denn für Füchse, Greifvögel, Eulen, Graureiher oder Katzen sind Wiesel ein willkommener Happen. Eine deckungsreiche Landschaft ist mit Hecken, naturnahen Gewässern und Waldrändern, Säumen, Rückzugsstreifen und Trockenmauern strukturiert.

Die ersten Asthaufen wurden gebaut

Am 23. Oktober wurden zusammen mit der Jägersektion Calanda am jährlichen Hegetag Asthaufen auf der Wildtierbrücke in Trimmis erstellt. Die Wildtierbrücke ist nämlich auch für Kleinsäuger ein wichtiger Wanderkorridor. In Zusammenarbeit mit Bewirtschaftenden, der Stiftung Öko Job, Freiwilligen und dem Forst werden diesen Winter zahlreiche weitere Wieselburgen erstellt und neue Hecken gepflanzt. Landwirtinnen und Landwirte lassen zudem Säume und Rückzugsstreifen stehen, damit sich die Wiesel auf der Jagd nach Mäusen in der hohen Vegetation verstecken können. So wird das Bündner Rheintal nach und nach zu einem attraktiveren Lebensraum für die fleissigen Mäusejäger und viele andere Tierarten.

  • Im Unterbau der Asthaufen wird mit grobem Astmaterial ein geschützter Hohlraum geschaffen. In dieser sogenannten Aufzuchtkammer können Wiesel ihre Jungen aufziehen und finden auf weiträumigen Wanderungen Schutz vor Feinden. Bild: zVg
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  • Das Hermelin gehört zu den kleinsten einheimischen Raubtieren und ernährt sich von Wühlmäusen. Bild: zVg
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So können Sie beim Projekt «Wiesellandschaft Bündner Rheintal» mithelfen 
Beim Erstellen der Ast- und Steinhaufen und Pflanzen von Hecken sind wir auf viele helfende Hände angewiesen. Möchten Sie mithelfen oder auf Ihrem eigenen Land Strukturen für Wiesel anlegen? Melden Sie sich bei monika.jung@pronatura.ch oder 081 252 40 39. 

Haben Sie ein Wiesel entdeckt? Dann freuen wir uns über Ihre Meldung. 
Die beiden Wieselarten sind an ihrer Schwanzspitze unterscheidbar. Hermeline habe im Gegensatz zum kleineren Mauswiesel eine schwarze Schwanzspitze. 

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie unter www.pronatura-gr.ch/de/wiesellandschaft-buendner-rheintal 

pd