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Gesundheit
13.10.2021

Kleine Dinge können Grosses bewirken

Bild: zVg
Nachhaltigkeit und Naturprodukte sind in den letzten Jahren zum Glück wieder ein grösseres Thema geworden. Dies gilt auch für mich – Nerea Rupp, eine junge Frau aus Untervaz.

Durch meinen Beruf als Coiffeuse und Make-up-Artistin habe ich bereits mit vielen Kosmetik-Marken gearbeitet und etliche Produkte ausprobiert. Ich testete mich durch Shampoos, Conditioners, Haarsprays, leave in Cremes, Haarschäume, Bodylotions, Tag- und Nachtcremes usw. Oft begeisterte ich mich für einige dieser Produkte, doch 100-prozentig überzeugt war ich nie. Sie bewirkten sowohl Positives sowie auch immer etwas Negatives. Daher begann ich mich immer mehr zu fragen, was für Inhaltsstoffe denn verantwortlich für die Wirkung der Produkte sind. Meine Neugier wurde immer grösser. Also begann mich immer mehr, über die Inhaltsstoffe zu informieren.

Meine Kosmetikartikel

In der Berufsschule lernte ich, dass zum Beispiel Aloe Vera Haut und Haar Feuchtigkeit spendet. Doch in vielen Produkten ist nur ein kleiner Teil davon enthalten. Der wahre Grund, warum diese mein Haar so weich machen, sind die Silikone. Diese Silikone sorgen zwar dafür, dass sich das Haar leicht kämmen lässt und sich weich und geschmeidig anfühlt, doch leider versiegeln diese gleichzeitig auch die Kopfhaut und ziehen eine filmartige Schicht über das Haar – was auf lange Zeit nicht gut ist. Die Haut kann nicht richtig atmen. Die Poren verstopfen immer mehr und mehr. Die Haare werden schwer, und man muss sie immer häufiger waschen, da diese durch den bereits erwähnten «Film» ungepflegt wirken. Einerseits enttäuschte mich das sehr. Andererseits war es mein Glück, denn dadurch fing ich an zu recherchieren, wie ich meine Kosmetikartikel selbst herstellen kann, und so natürlich auch, was sie enthalten.

Nachhaltige Produkte

Als erstes stiess ich auf ein Locken-Gel aus Leinsamen, das mein Haar in schön definierte, kraftvolle, weiche, voluminöse und glänzende Locken verwandelte – und was will man noch mehr. Weil mich dieses selbstgemachte Gel so begeisterte, fing ich an, nach und nach immer mehr von Haarpflege-Produkten bis hin zu Deos, Gesichtscremes und Bodylotions selbst zu machen. Mit der Zeit stellte ich nicht nur Kosmetikprodukte, sondern auch nützliche Dinge wie Putzmittel und Waschpulver her – letztere vor allem auf Anregung meiner grossen Schwester. Sie ist eine kreative Frau, die sich auch stark für Nachhaltigkeit und Naturprodukte interessiert. Das ist sehr schön, denn wir können uns immer wieder darüber austauschen, wie neue Produkte geklappt haben oder eben schief gegangen sind.
Vieles geht auch nicht so, wie ich es mir vorstelle. Dies ist sehr schade, da es immer mit Zeitaufwand verbunden ist. Dennoch habe ich auch viele Sachen probiert, die dann überraschenderweise gar nicht viel Zeit in Anspruch genommen haben und ziemlich einfach zu machen waren.

Die Herstellung von Leinsamengel

Leinsamen sind die braunen Samen des Flachs, einer alten Kulturpflanze.
Wie Gel daraus hergestellt wird:
Vier Esslöffel Leinsamen und 400 Milliliter Wasser zirka 15 Minuten köcheln lassen, bis eine leichte zähe Masse entsteht. Anschliessend wird die Flüssigkeit durch ein Sieb von den Samen getrennt. Durch das Abkühlen wird die zähe Masse zu einem Gel. Dieses Gel kann im Kühlschrank drei bis vier Tage aufbewahrt werden. Leider hat selbstgemachte Naturkosmetik den kleinen Nachteil, dass sie oft nicht sehr lange haltbar ist. Allerdings kenne ich einen Trick, damit es länger haltbar bleibt. Ich fülle das Gel in Eiswürfelformen und gebe diese ins Gefrierfach. So kann das selbsthergestellte Gel einige Monate aufbewahrt werden. Ausserdem sind dies praktische Portionen.
Wie es angewendet wird:
Das Leinsamengel ist vielseitig einsetzbar, zum Beispiel als Haarmaske auf das gewaschene Haar dick auftragen und zirka 20 Minuten einwirken lassen und anschliessend mit Wasser ausspülen. Andererseits kann man das Gel für lockiges oder gewelltes Haar als leave in Gel verwenden, das heisst das Gel wird auf das Haar aufgetragen und mit einem Diffuser getrocknet oder mit den Händen geknetet und luftgetrocknet. Für glattes Haar kann es entweder als Haarmaske verwendet oder vor dem Föhnen nur wenig auf die Spitzen auftragen werden. Nereas Tipps und Tricks werden in loser Reihenfolge erscheinen.

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