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13.06.2021
13.06.2021 15:45 Uhr

Kein Tram für "Salina Raurica" in Baselland

Bild: Portal24
Kantonale Abstimmung BL – Im Kanton Baselland kann das Entwicklungsgebiet Salina Raurica nicht mit dem Tram erschlossen werden. Der Souverän hat die dafür nötige Verlängerung der Tramlinie 14 von Pratteln nach Augst in einer Referendumsabstimmung abgelehnt.

Verworfen wurde die Vorlage mit 57,7 Prozent Nein-Stimmen bei einer Stimmbeteiligung von 56,04 Prozent. 58'881 Nein standen 43'129 Ja gegenüber, wie die Landeskanzlei mitteilte.

Zu entscheiden hatte das Baselbieter Stimmvolk neben einem Projektierungskredit von 8,5 Millionen Franken auch über 7 Millionen Franken für einen vorgezogenen Landerwerb sowie 1,6 Millionen Franken für einen provisorischen Bushof in Augst. Der Landrat hatte diese Mittel im Dezember mit 63 gegen 13 Stimmen bei vier Enthaltungen gesprochen. Gegen dieses Entscheid wurde jedoch das Referendum ergriffen.

Die Befürworter sahen in der Verlängerung der Tramlinie um 3,2 Kilometer das "Schlüsselprojekt" in der Gesamtplanung des Entwicklungsgebietes Salina Raurica in Pratteln. Entstehen sollen dort Wohnraum für rund 3000 Menschen sowie gut 4000 Arbeitsplätze.

Kosten von 170 Millionen Franken

Die Verantwortlichen rechneten mit Baukosten von rund 170 Millionen Franken. Falls der Bund das Projekt in sein Agglomerationsprogramm aufgenommen hätte, hoffte der Kanton Baselland auf einen Kostenbeitrag von 30 bis 35 Prozent. Im März hat der Bundesrat für das Vorhaben bereits grünes Licht erteilt und die Infrastruktur-Konzession der Baselland Transport AG (BLT) entsprechend ausgedehnt.

Hinter dem erfolgreichen Referendum gegen das Projekt steht der Verein "aapacke" Pratteln. Dieser wehrt sich schon lange gegen eine "Retortenstadt" in der Rheinebene. Die Tramverlängerung"auf Vorrat" ist für ihn ein Vorwand, um die "Riesenüberbauung durchzuboxen".

Aus Sicht des Referendumskomitees fehlt ein Bedürfnisnachweis sowohl für die Überbauung des derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Gebiets "Salina Raurica Ost" wie auch für die Tramverlängerung. Zudem sei die Erschliessung mit Bahn und Bus schon heute gut: eine Tramlinie brauche es nicht.

Keystone-SDA