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13.06.2021

Ein Blick nach Genf

Am 16. Juni kommt es in Genf zum Spitzentreffen zwischen USPräsident Joe Biden und Kreml- Chef Wladimir Putin.
Am 16. Juni kommt es in Genf zum Spitzentreffen zwischen USPräsident Joe Biden und Kreml- Chef Wladimir Putin. Bild: unsplash
Die Stadt Genf hat in der Weltgeschichte immer eine grosse Rolle gespielt. Julius Caesar hat sie in seinem Buch «Der Gallische Krieg» auch bereits erwähnt: Geneva! In Genf kommt es am 16. Juni zum Spitzentreffen zwischen US-Präsident Joe Biden und Kreml-Chef Wladimir Putin. Dabei soll das angespannte Verhältnis zwischen den beiden Ländern thematisiert werden.

1955

Werfen wir einmal einen Blick zurück: 1955 trafen sich der US-Präsident Dwight D. Eisenhower mit John Forster Dulles, die Sowjetunion mit Bulganin, Chruschtschow und Molotov mit dem englischen Premierminister Antony Eden und Aussenminister Macmillan und dem französischen Ministerpräsidenten Faure in Genf. Ein Thema war das geteilte Deutschland. Hinsichtlich einer Wiedervereinigung Deutschlands konnten aber keine Fortschritte erzielt werden.

Seit dem Ausgang der Konferenz ging die Sowjetunion – ungeachtet der Auffassungen der Westmächte – von der Existenz zweier deutscher Staaten aus. Am 5. November wurde von der Beobachterdelegation der DDR zudem die Erklärung abgegeben, dass gesamtdeutsche Wahlen erst dann möglich seien, wenn zuvor eine «Demokratisierung und Entmilitarisierung» der Bundesrepublik stattgefunden habe.

Eisenhower und Nixon

Zu diesem Treffen habe ich eine besondere Beziehung. Als ich 1958/59 als AFS-Austauschschüler in den USA war, hatte ich das Vergnügen den damaligen Präsidenten Eisenhower im Capitol in Washington zu treffen und er hat mir die Hand geschüttelt. Eine Bekannte von mir hatte auch noch eine Begegnung, die sie bestimmt nie vergessen hat. Als sie das Capitol besichtigte, kam ein Mann aus einem Büro und sagte: «Can I help you?» Und er führte sie herum, sagte dann aber, es tue ihm leid, er habe jetzt eine Sitzung. «Do you know me?» Und sie war sprachlos, als er sagte: «I am Richard Nixon.» Er war damals Vizepräsident der USA.

1985

Die sogenannte Genfer Gipfelkonferenz, an die sich die Vertreter meiner Generation noch bestens erinnern, fand am 19. und 20. November 1985 statt. Es war das erste Treffen zwischen dem 74-jährigen US-Präsidenten Ronald Reagan und dem um 20 Jahre jüngeren Generalsekretär des Zentralkomitees der Sowjetunion, Michail Gorbatschow. Sie trafen sich in Genf um Gespräche über die Reduktion von Atomwaffen zu führen und eine Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion anzustreben. Rückblickend gesehen gilt die Gipfelkonferenz als Wendepunkt im Kalten Krieg. Der Ausgang des Gipfels stand nach Abschluss der offiziellen Gespräche auf Messers Schneide. Ein Ende im Streit war durchaus möglich. Die beiden Delegationen konnten sich nicht auf ein gemeinsames Communiqué einigen. Hauptstreitpunkt der beiden Verhandlungsdelegationen war die zentrale Forderung der Sowjetunion: Ein Verbot jeglicher Forschung für ein Weltraumwaffensystem sollte festgeschrieben werden. Die Amerikaner wiederum drängten darauf, die Einigung auf einen Abbau der strategischen Nuklearwaffen und der Mittelstreckenraketen um fünfzig Prozent in die Schlusserklärung aufzunehmen. Schliesslich konnten sich die beiden Delegationen doch noch auf einen Kompromiss einigen. In der gemeinsamen Erklärung heisst es, «dass ein Atomkrieg nicht gewonnen werden kann und niemals ausgefochten werden darf.» Sie sprachen sich für eine Reduzierung der Nuklearwaffen um 50 % und für ein Zwischenergebnis bei atomaren Mittelstreckenwaffen aus.

Biden und Putin 2021

In Genf kommt es am 16. Juni zum Spitzentreffen zwischen US-Präsident Joe Biden und Kreml-Chef Wladimir Putin. Dabei soll das angespannte Verhältnis zwischen den beiden Ländern thematisiert werden. Kommt Zeit, kommt Rat...

EW