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Kanton
07.05.2021

Coronavirus: Wiederholtes Testen dämmt Pandemie ein

Bild: kleinezeitung.at
Der Kanton Graubünden setzt in der Bewältigung der Coronapandemie auf ein umfassendes Schutzkonzept. Nebst der Impfkampagne und der Rückverfolgung der Infektionsketten durch das kantonale Contact Tracing wird seit Februar 2021 eine breitangelegte Teststrategie in Betrieben und Schulen umgesetzt. Die Auswertung der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa zeigt auf, dass repetitives Testen Infektionsraten nachweislich senken kann.

Für die Bewältigung der Coronapandemie setzt der Kanton Graubünden auf ein umfassendes Schutzkonzept. Damit entwickelt er Massnahmen zur nachhaltigen Eindämmung der Infektionszahlen als Alternative zu einschneidenden Massnahmen, die das öffentliche Leben einschränken. Nebst der voranschreitenden Impfkampagne setzt der Kanton Graubünden auf wiederholtes Testen in Betrieben und Schulen. So werden über 40 000 Personen wöchentlich getestet – dies entspricht rund 30 Prozent der mobilen Bevölkerung.

«Die Ergebnisse zeigen, dass unter den getesteten Personen eine Reduktion der Inzidenzrate – die Zahl der Infizierten pro 100 000 Einwohnern – um 20 bis 50 Prozent zu beobachten ist.»

Branchenabhängige Reduktion der Inzidenzen

Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa haben unter der Leitung von Dr. Hossein Gorji die ersten acht Wochen des Testprogramms ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass unter den getesteten Personen eine Reduktion der Inzidenzrate – die Zahl der Infizierten pro 100 000 Einwohnern – um 20 bis 50 Prozent zu beobachten ist. Dabei lassen sich signifikante Unterschiede unter den verschiedenen Wirtschaftszweigen beobachten; geringere Reduktionswerte wurden in Branchen mit hoher Mobilität (z.B. im Tourismus) festgestellt, die höheren Reduktionen bei Angestellten, die in Büros und Produktionsbetrieben arbeiten. Dies lässt sich durch die unterschiedlich häufigen berufsbedingten sozialen Interaktionen erklären. Die Wahrscheinlichkeit, sich bei Personen anzustecken, die nicht am Testprogramm teilnehmen, ist in den Branchen mit hoher Mobilität höher. Dennoch: Dank der hohen Testbeteiligung konnten die Fallzahlen trotz der hohen Mobilität gesenkt werden.

Testprogramm unterstützt Eindämmung der Pandemie

Eine erste Analyse der Daten aus den Schultestungen bestätigt den Effekt: Die Anzahl der Ausbrüche an Schulinstitutionen ging nach der Einführung der freiwilligen Testungen ebenfalls deutlich zurück.
Das Fazit aus der Analyse der Empa – ein Bereich der ETH – unterstreicht die Wirkung der regelmässigen Testungen. Nebst den geltenden Massnahmen wie Abstandhalten, Maske tragen und Hände desinfizieren unterstützt das Testprogramm die Eindämmung der Pandemie nachweislich. Weiter bietet das repetitive Testen dem Kanton ein genaues Lagebild über die Ausbreitung der Pandemie und hilft, zielgerichtete Massnahmen zu erlassen. Zudem profitieren teilnehmende Betriebe von Quarantäne-Erleichterungen. So müssen Mitarbeitende, die engen Kontakt (weniger als 1,5 Meter während mehr als 15 Minuten ohne geeigneten Schutz) zu einer infizierten Person hatten, nicht in Quarantäne. Sie können weiterhin arbeiten, sofern sie symptomfrei bleiben und im Rahmen der Betriebstestungen während sieben Tagen täglich negativ getestet werden. Nach Ablauf der sieben Tage wechseln sie wiederum in den gewohnten Testrhythmus.

Seit dem ersten Februar 2021 wurden in Graubünden 427 000 Tests ausgewertet. Davon 223 158 Tests in 1996 Betrieben und 127 714 Tests in 165 Schulen.

pd