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21.04.2021

Vorsondierung für Wildbrücke

Wildüberführungen kosten in der Schweiz im Vergleich  zum benachbarten Ausland das Drei- bis Vierfache.
Wildüberführungen kosten in der Schweiz im Vergleich zum benachbarten Ausland das Drei- bis Vierfache. Bild: M. Schnell
Zwischen Schiers und Grüsch findet derzeit Sondierboh­rungen im Zusammenhang mit dem Bau einer Wildüberführung statt.

Im Vorderprättigau sind nicht etwa neue Ölfelder entdeckt worden, sondern finden derzeit Bohrungen zur Untersuchung des Baugrunds im Zusammenhang mit einer Wildüberführung statt. Das Ausführungsprojekt (Auflageprojekt) soll laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) bis Ende 2023 vorliegen. «Nach der öffentlichen Auflage werden die Detailprojektierung und die Ausschreibung der Bauarbeiten erfolgen», erklärte Mediensprecher Eugenio Sapia gegenüber dem P&H. Der Baubeginn ist für 2026 vorgesehen, die Wildüberführung dürfte laut Sapia mit rund zehn Millionen Franken zu Buche schlagen.

40 Wildtierkorridore

Im Jahr 2001 hat das Bundesamt für Natur und Umwelt (Bafu) auf nationaler Ebene 51 Wildtierkorridore von überregionaler Bedeutung identifiziert, die durch Siedlungen und/oder Verkehrswege gestört werden. 40 Konflikte entstehen infolge der Kreuzung mit Nationalstrassen. Das Astra hat deshalb im Einvernehmen mit dem Bafu beschlossen, diese zu sanieren. Zu den 40 Wildtierkorridoren von überregionaler Bedeutung, die durch die Nationalstrassen gestört werden, gehört auch der Korridor «GR6–Fanas, Grüsch-Schiers», der Gegenstand dieses Projektes ist und in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll.

Keine Ölbohrungen, sondern Baugrundsondierung: Vorprüfung für Wildbrücke auf Schwellenen. Bild: M. Schnell

Beim Tersierbach

Der zu sanierende Wildtierkorridor «GR6 – Fanas, Grüsch-Schiers» wird im Rahmen der derzeitigen Standortevaluierung irgendwo in den Schwellenen im Bereich Tersierbach realisiert werden. «Die Nationalstrasse N28, in Verbindung mit der Rhätischen Bahn und der Lokalstrasse, verhindert die Wildwanderung weitgehend und es kommt häufig zu Kollisionen zwischen Wildtieren und Fahrzeugen», begründet das Astra die 10-Millionen-Investition. «Aus topografischen, ökonomischen und ökologischen Gründen sowie in Hinblick auf möglichst geringe Behinderung des Verkehrsflusses stellt diesbezüglich der Bau einer Wildtierüberführung an der vorgesehenen Stelle die beste Lösung dar.»

M. Schnell