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«Frauen Macht Politik» im Schweizerhaus

Über «Frauen Macht Politik» sprachen die Kandidatinnen der Liste 1 für den Grossen Rat (v.l.n.r.) Erika Cahenzli, Ante Wioletta Karstens, Helena Coiro Schwarz, Carolina Rusch Nigg und Patricia Hermle mit Min Li Marti, Nationalrätin aus Zürich. Moderation: Nora Kaiser.
Über «Frauen Macht Politik» sprachen die Kandidatinnen der Liste 1 für den Grossen Rat (v.l.n.r.) Erika Cahenzli, Ante Wioletta Karstens, Helena Coiro Schwarz, Carolina Rusch Nigg und Patricia Hermle mit Min Li Marti, Nationalrätin aus Zürich. Moderation: Nora Kaiser. Bild: zVg
Im Restaurant «Schweizerhaus» in Landquart forderten Grossrats-Kandidatinnen der Herrschaft und der Fünf Dörfer: Wählt uns, wählt Frauen!

«Ich bin Grossrätin, weil mir diese Arbeit gefällt, nicht nur weil ich die Welt oder die Frauen retten will.» «Wir werden mit den Rollen Beruf, Mutter, Hausfrau und Politikerin stark gefordert. Und merken dann, dass im Kanton Graubünden Institutionen fehlen, die die Gleichstellung stützen.» «Die Männer können sicher auftreten und etwas behaupten, auch wenn sie null Ahnung haben.» «Wenn mich die SP schon fragt, da kann ich doch nicht Nein sagen, nur weil ich keine Zeit habe.» «Ich muss mich engagieren, denn es gibt zu viel Ungerechtigkeit.» So sprachen Erika Cahenzli, Patricia Hermle, Aneta Wioletta Karstens, Carolina Rusch Nigg und Helena Coiro Schwarz im «Schweizerhof» in Landquart zu sich und der frohen Schar, die sich im Säli versammelt hatte, um über «Frauen Macht Politik» nachzudenken. Ihr Gast war Min Li Marti aus Zürich. Sie ergänzte die Erfahrungen mit ihren eignen als Gemeinde-, Nationalrätin und Wahlkämpferin: «Politik ist ein hartes Geschäft geworden. Frauen mit Kindern werden enorm gefordert, auch wenn ihre Männer mitziehen. Wir brauchen tragfähigere Strukturen. Auch die Parteien müssen mehr tun, um die Frauen nicht nur aufzubieten, sondern auch zu tragen.» Behutsam lenkte Nora Kaiser das Gespräch auf die Frage: «Was aber ist denn der Unterschied zwischen politisierenden Männern und Frauen?» Eher zuhören, gute Kompromisse finden, Brücken bauen – aber wenn es um die Wurst geht, ist das politische Lager oft wichtiger als überparteiliche Frauensolidarität, was auch richtig sei, denn Frauen würden ja nicht als Frauen gewählt, sondern weil sie eine Haltung verträten und sich für bestimmte Interessen einsetzten. Und – «wir müssen aufpassen, dass Frauen nicht einfach in weiche Politfelder wie Bildung, Kultur oder Gesundheit geschupft werden, sondern sich als Wirtschafts- oder Raumplanungskönnerinnen engagieren können.» Sie habe, ermunterte Min Li Marti die künftigen Grossrätinnen, vor allem viel gelernt in der Politik – nicht nur übers Machtspielen, sondern auch über Sachfragen. Aber gewiss sei, dass die kleine Frauenschar im Grossen Rat von Graubünden am 15. Mai stark wachsen müsse, damit gelte: «Frauen macht Politik!» Und dann gingen die Frauen mit einem Bier zum gemütlichen Teil über, wie es Sitte und Brauch auch unter Männern ist.

Köbi Gantenbein