Bewegte Reise vom Engadin ins Prättigau
Von: ms
Im Rahmen der Organisation Schule und Weiterbildung Schweiz hat der Schierser Lehrer und Bergführer Hansi Kessler erstmals einen eigenen Kurs angeboten: «Eine bewegte Reise vom Engadin ins Prättigau».
Eine der Lehrerinnen übt sich mit Melken (bitte weiterblättern)
Den Kurs Nr. 416 werden die 16 Lehrerinnen und Lehrer nicht so schnell vergessen. Nicht nur des Muskelkaters wegen, den sie auf der fünftägigen Berg- und Taltour vom Engadin ins Prättigau eingefangen haben, sondern vor allem aufgrund der vielen Erlebnisse, die ihnen ihr Leiter Hansi Kessler vermittelt hat. «Die Organisation Schule und Weiterbildung Schweiz «gastiert» mit ihrem Kursprogramm sozusagen jedes Jahr an einem anderen Ort in der Schweiz, diesmal in Chur», erklärt Kessler den Grund für das Angebot, das er als Dozent der Pädagogischen Hochschule Graubünden und Bergführer für das Kursprogramm 2010 neu kreiert hat.
Fünf Tage – fünf Themen
«Wir starten in Guarda und erreichen nach fünf Tagen Schuders (Schiers). Dabei benutzen wir verschiedene Fortbewegungsarten. Wir wandern, kraxeln, biken und reiten zwischen den verschiedenen Etappenorten. Auf unserem Weg beschäftigen wir uns jeden Tag mit einem aktuellen Thema aus der Fächergruppe Mensch- und Umwelt. Übernachtet wird in SAC-Hütten und einfachen Berggasthäusern», lautet der Ausschreibungstext. Einladend genug, damit der Kurs binnen Kürze ausgebucht war. «Einige Teilnehmer, die aus der ganzen Schweiz anreisten, haben die langen Tagesmärsche zwar etwas unterschätzt», schmunzelt Kessler gegenüber dem P&H. «Im Notfall hätten wir natürlich alternative Transporte organisiert. Aber die Betroffenen haben sich dann doch jeden Tag aufs Neue motiviert.»
Praxis als Basis für Theorie
Das Kursziel waren laut Kessler aber weder Muskelkater noch Fussblasen, sondern die verschiedenen Inhalte, die während jeder Tagesetappe vermittelt wurden. «Da die Teilnehmer die Themen 1:1 miterleben konnten, werden sie diese im pädagogischen Alltag entsprechend motiviert und fundiert umsetzen können. Sei dies im Unterricht oder vielleicht sogar einmal auf einer Schulreise.»
Sorgfältige Routenwahl
Das erste Thema bildete der Schweizerische Nationalpark. Nach dem Besuch des Nationalparkmuseums führte der Fussmarsch zur Tuoi-Hütte, wo erstmals übernachtet wurde. Am zweiten Tag stieg die Gruppe zum Piz Buin auf und überquerte den Silvrettapass in Richtung Silvrettahütte. Mit dem dortigen Besuch des Gletscherlehrpfades war das zweite Schwerpunktthema gesetzt. Übernachtet wurde im Berghaus Vereina. Nachdem Andi Vetsch von der SBM-Event AG die Teilnehmer am nächsten Morgen pünktlich mit Mountainbikes versorgt hatte, ging die Fahrt durch die idyllische Landschaft hinunter nach Klosters. Dort wurden die Pferde gesattelt. Unter fachkundiger Leitung von Berufscowboy Jörg Marugg ritten die Teilnehmer auf das Jägglischhorn hinauf, von wo aus der (Fuss)Abstieg nach St. Antönien erfolgte. Nach dem Besuch des Talmuseums und passenden Voten von Ernst Flütsch, Präsident der Prättigau Tourismus GmbH, zum Thema «potenzialarmer Raum», wurde im Berghaus Sulzfluh in Partnun übernachtet. Am vierten Tag bestiegen die mittlerweile schwindelfreien Teilnehmer den Klettersteig Sulzfluh. Danach teilten sich die Teilnehmer in drei Gruppen auf und wanderten individuell zu den Alpen Carschina, Drusa und Grüscher Älpli. Dort übernachteten sie beim Alpersonal und griffen demselben am nächsten Tag vom Morgengrauen bis am Mittag tatkräftig unter die Arme. Schwerpunktthema am fünften und letzten Tag: Alpwirtschaft. Mit dem Bike gings am Mittag hinaus nach Schuders, wo Walo und Barbara den übernächtigten Teilnehmern im Berggasthaus Post mit wertvollen Kohlehydraten in Form von hausgemachter Pizza wieder auf die Beine halfen.
Fortsetzung folgt
Da der Kurs bei den Teilnehmern auf grossen Anklang gestossen ist, will Kessler diesen auch im nächsten Jahr wieder anbieten – unabhängig davon, wo die Schule und Weiterbildung gastieren wird.