«Wir wollen alle das Beste für unseren Kanton – nur die Rezeptur ist unterschiedlich»
Von: ms
Im Rahmen der Vorstellung aller neuen Grossräte im P&H-Gebiet ist diesmal Andrea Davaz (SVP) aus Fläsch an der Reihe.
Andrea Davaz zusammen mit seiner Frau Marianne
Andrea Davaz blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Wahltag vom 13. Juni zurück. Lachend deshalb, weil er von den Herrschäftlerinnen und Herrschäftler erstmals in den Grossrat gewählt wurde, und weinend deshalb, weil Heinz Brand es nicht in die Bündner Regierung schaffte und es mit seinem und drei weiteren SVP-Mandaten nicht ganz für eine eigene Fraktion reichte. Dank der nachträglichen Vereinigung mit dem parteilosen Grossrat Renatus Casutt aus Falera hat sich Letzeres inzwischen doch noch zum Guten gewendet.
Zu hohes Wahlziel
«Rückblickend müssen wir dennoch zugeben, dass wir unsere Wahlziele als neue Partei und ohne Fundament mit lediglich zwei Mandatsträgern wohl etwas zu hoch gesteckt hatten», stellt Davaz fest. «In der Politik ist es aber wie im Geschäftsleben. Erfolgreiche Unternehmen entstehen nicht von heute auf morgen und müssen auch Rückschläge einstecken können.»
Önologisches «Imperium»
Davaz weiss, wovon er spricht. Sein önologisches Imperium – das kann und darf man mittlerweile sagen – entstand auch nicht von heute auf morgen. Die 1995 gegründete von Salis AG und die Weinhandlung Valentin und von Salis in Pontresina, woran er seit 2003 beteiligt ist, erwirtschaften zusammen den stolzen Umsatz von 23 Millionen Franken. Zusammen mit seinem Weingut Porta Raetia in Fläsch beschäftigt der angehende Grossrat insgesamt 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Produktiver Familienvater …
Der 46-Jährige ist einer, der nicht nur beruflich sondern auch hinsichtlich Familienplanung Vollgas gibt bzw. gab: Mit sechs Kindern gehört er im erlauchten Kreis der 120 Grossrätinnen und Grossräte zweifellos zur Specie Rara. «Meine Frau wollte zuerst gar keine Kinder, aber dann hat sich eines nach dem anderen ergeben», schmunzelt er. Heute belegen die ältesten der 10- bis 20-Jährigen Buben und Mädchen bereits selber ihre Studienplätze.
… und schneller Sportler
Apropos Vollgas: Davaz ist wohl auch der einzige oder mindestens einer der wenigen Grossräte, die eine Marathondistanz von 42 Kilometern unter drei Stunden zurückzulegen vermögen. Seine persönliche Bestzeit am Zürich-Marathon: 2:58. Wie bringt er seine Geschäfte, die Grossfamilie und den Sport unter einen gemeinsamen Nenner? «Ich habe eine liebe und versierte Frau und gute, motivierte Mitarbeiter, und Sport bedeutet für mich Ausgleich und Abschalten», sagt er. «Andere sitzen dafür vor den Fernseher und ich gehe eben lieber in die Natur zum Joggen.»
Respekt vor Ratskollegen
Mit seiner Kondition wird Davaz jedenfalls genügend Ausdauer mitbringen, um selbst die hitzigste und längste Grossratsdebatte gähnfrei zu überstehen. Jedenfalls freut er sich auf seine Zeit im Grossen Rat, wo er als bisheriger Stellvertreter bereits Erfahrungen hat sammeln können. Sein Ziel sei es, das Parteiprogramm der SVP - zugeschnitten auf die Randregion Graubünden – in Chur konsequent zu vertreten. Angst vor der «Konkurrenz» hat er keine: «Grundsätzlich habe ich vor jedem Respekt, der seine Zeit für dieses Amt zur Verfügung stellt. Rein materiell könnte man diese nämlich gewinnbringender investieren. Aber jeder, der im Grossen Rat sitzt, will persönlich etwas für das Wohl unseres Kantons beitragen – nur mit unterschiedlicher Rezeptur.»